Wie ich zum schreiben kam

Meine Kindheit und Jugend

Ich bin 1987 in Düsseldorf geboren und schreibe seitdem ich Schreiben kann. Mein erstes Werk verfasste ich in der Grundschule, welches „Geht der Traum weiter“ getauft wurde. Natürlich kein richtiges Buch, aber der Anfang eines Traumes. Irgendwann selber Bücher schreiben und andere aus dem Alltag locken. Schon als Kind hatte ich eine lebhafte Fantasie und veranstaltet Teepartys mit Zauberern, rannte mit dem Wind um die Wette und baute Feenhäuser an Baumwurzeln. Ich finde, dass eine ausgeprägte Fantasie in jede Stellenbeschreibung eines Autors gehört. Wie soll ich euch Leser sonst in eine bunt geschmückte Atmosphäre entführen, wenn ich dort selbst an meine Grenzen stoße? Diese Fähigkeit würde ich für nichts auf der Welt hergeben.

Dass ich zuviel Fantasie hatte wurde mir quasi immer unter die Nase gerieben. In der Schule beim Lehrersprechtag gab es fast nie ein anderes Thema, als meine Träumerei. Selbst meine ersten Freunde konnten mit den bildreichen Vorstellungen nichts anfangen, weshalb ich mich immer mehr in das Universum der Bücher verliebte. Nirgends konnte ich so sein wie in einem Buch, niemand verstand mich so gut wie ein Buch. Kaum waren meine Schul – bzw. Haushaltspflichten erledigt, schlüpfte ich in das geschriebene Wort. Ich wusste eines Tages würde ich auch Bücher schreiben und meinen Lebensunterhalt damit verdienen.

Das erste Mal verfasste ich mit sechzehn ein komplettes Buch. Ich gab es zum Testlesen einem Familienangehörigen. Dieser zerschlug meine Vorstellung als Autorin zu arbeiten. Damals wurden nämlich Bücher ausschließlich in der dritten Person bzw. des allwissenden Autors verfasst. Mein Buch war in der Ich-Erzählform. Heute sehe ich mich tatsächlich als Vorreiter davon, da es heute schon fast ausschließlich verwendet wird. Dadurch, dass es damals auf Gegenwind stieß, traute ich mich nicht mehr an das Verfassen von Büchern zu denken. Dieser Wunsch sollte erst in meiner Ausbildung wieder aufkeimen. Da ich nun nicht mehr ans Bücherschreiben dachte, folgte ich dem Wunsch meiner Eltern, einen richtigen Beruf auszuüben. Also folgte ich der familiären Vorbelastung in die Medizin hinein. Schon während der Ausbildung zum Pflegepersonal, wusste ich, dass dies nicht der Ort ist, an dem ich sein sollte. Durch Zufall landete ein Werbezettel für die Schule des Schreibens in meinem Briefkasten. Da war er wieder …der Wunsch vom Schreiben.

Zweifel und Angst

Hin und hergerissen, ob ich diesen Schritt eines Studium für Literatur wage, stieg die Angst meiner Eltern in mir hoch. Ihre Angst war es, das ich ich mein sicheres Einkommen durch eine künstlerische Tätigkeit die mit höhen Risiken besetzt ist, eintausche. Was also tun? Dem Herzen oder dem Verstand folgen? Als junges Mädchen holt man sich natürlich Rat bei Vertrauten. Alle weckten Zweifel und Angst in mir. Ich beschloss mich nicht für das Studium anzumelden und brach mir selbst damit das Herz dem Ruf nicht zu folgen. Es war nur eine Frage der Zeit bis ich wieder in die Welt der Bücher versank und verschlang bis zu sechzig Bücher im Jahr,  neben meiner Tätigkeit im Krankenhaus. Ebenso wusste ich, dass es nicht von langer Dauer sein würde und fand mich schneller als gedacht wieder am PC wieder um mein nächstes Werk zu verfassen. Es war mehr als ein Hobby, es war eine Berufung. Ich schrieb und schrieb und schrieb. Werke sammelten sich in Ordnern, Schubladen und auf Festplatten.

Der Wendepunkt 

Der entscheidende Schritt kam wieder durch einen Zufall. Eine riesige Plakatwand machte Werbung für die Schule des Schreibens. Ich erzählte meinem Mann davon, schon mal Kontakt dazu gehabt zu haben. Er wusste wie sehr mir das Verfassen von literarischen Texten bedeutete. Es war sein guter Zuspruch endlich meiner Berufung zu folgen und den Schritt zu wagen, mein erstes Buch publik reif zu machen. Doch nicht ohne ein Studium. Das was man für sein Handwerk brauchte, besaß ich, jedoch muss auch dieses Talent geschult werden um dem Leser wirklich Qualität anbieten zu können. Nicht nur das Studium sollte mir den Weg ebnen. Ich suchte den Kontakt zu anderen erfahrenen Autoren und besuchte Büchertreffen. Es war eine Lebensbereicherung Menschen zu treffen, die auch diesen Schritt gewagt hatten und das mit Erfolg. Sie hatten auch mit etlichen Hindernissen zu kämpfen, liessen sich jedoch nicht abbringen. Zwei Jahre erfolgreiches Studium später und mein erstes und zweites Buch waren auf dem Markt. Endlich tat ich das worauf ich mich mein bisheriges Leben lang vorbereitete.

Die pandemische Pause

Mein Glück würde jedoch zu einer Pause gezwungen, nämlich durch das Privileg Mutter zu werden. Die Zeit war knapper geworden, dennoch schrieb ich weiter, sobald es möglich war. Doch mein Start in meinen Traumberuf wurde weiteren Hürden ausgesetzt. Covid 19. Alle Vorbereitungen für den Besuch von Buchmessen wurden zerschlagen. Keine Büchertreffen mit Vorlesungen mehr, nichts was einem erlaubte sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Kinder waren ebenfalls gezwungen zu Hause zu bleiben, Babysitter waren nicht möglich, mein Mann im Homeoffice. Das Leben spielte sich plötzlich nur noch zu Hause ab und meine Bücher verschwanden in der Masse von Social Media. Alle Autoren waren gezwungen sich nur noch über Plattformen zu präsentieren und eine regelrechte Flut von schon bekannten Autoren überschatteten die Neuerscheinungen von Jungautoren wie ich es eine bin. Ich war gezwungen abzuwarten, doch nicht aufzugeben.

Jetzt wo die Pandemie sich zu entspannen scheint, plane ich wieder Auftritte und neue Werbemöglichkeiten. Ich habe mich zu oft im Leben aufhalten lassen, diesen Fehler begehe ich nie wieder. Denn ich bin Jodar Kara Smith und ich bin Autorin. Ich war es immer und ich werde es bleiben.